Trainer/Betreuer als Zeuge

In diesem Forum werden Fragen rund um das Regelwerk des Segelns beantwortet. Betreut wird das Forum von Ulrich Finckh, Internationaler Schiedsrichter, Mitglied im Racing Rules Committee der ISAF und Betreiber der Seite http://www.finckh.org.

Trainer/Betreuer als Zeuge

Beitragvon Fritz Hauger » So 9. Jul 2006, 20:28

"Hallo Uli, bei einer Opti A/B-Regatta kommt es bei abflauendem Wind zu einem Vorwind-Zieldurchgang, bei dem viele Boote (A/B gemischt) das Ziel durchfahren. Der WFL gelingt es u.a. durch Video-Aufnahmen und Aufschreiben auf 2 Ebenen (hohes Zielschiff) den genauen Zieldurchgang aller Boote exakt festzustellen. Die Ergebnisliste wird daher erst nach Ablauf der Protestfrist ausgehängt. Einige Segler verlassen vor dem Aushängen des Ergebnisses schon das Gelände. Frage1: Kann ein Boot am nächsten Morgen noch gegen die (vermeintlich falsche) Zieldurchgangsposition protestieren, d.h. Wiedergutmachung verlangen? Wenn ja, welche Daten muss der Protesttext enthalten, z.B. \""Boot vor mir, Boot hinter mir\""? Frage2: Ist es zulässig, den eigenen Trainer oder Betreuer, der im Motorboot in Verlängerung der Ziellinie beim Zieldurchgang auf dem Wasser war, als Zeugen zu benennen?"
Fritz Hauger
 

Trainer/Betreuer als Zeuge

Beitragvon uli finckh » Mi 12. Jul 2006, 21:19

"Die vermeintlich falsche Festlegung des Zieleinlauf nach Ende der Protestfrist ermöglicht es dem Teilnehmer innerhalb von zwei Stunden nach normalem Erhalt dieser Nachricht zu protestieren, da nach Ende der Protestfrist ein Boot keine Anwesenheitspflicht mehr hat, ist also ein Antrag auf Wiedergutmachung möglich. Zum Zeugen \""Betreuer\"" Das Schiedsgericht sollte jeden genannten Zeugen hören. Es kann die Aussagen ja entsprechend wichten."
uli finckh
 

Trainer/Betreuer als Zeuge

Beitragvon gast » Mi 6. Jun 2007, 12:34

"» Zum Zeugen \""Betreuer\"" » Das Schiedsgericht sollte jeden genannten Zeugen hören. Es kann die » Aussagen ja entsprechend wichten. Lieber Uli, hierzu möchte ich als Trainer - nicht für diesen speziellen Fall, sondern allgemein - Stellung beziehen. Deine Antwort könnte den Eindruck erwecken, dass Trainer/Betreuer als Zeugen grundsätzlich mit dem Makel der geringeren Glaubwürdigkeit behaftet wären. Ähnliche Aussagen habe ich auch schon zu Zeugen aus dem gleichen Club gehört. Solcherlei \""Generalverdacht\"" möchte ich grundsätzlich widersprechen. Als Trainer lege ich großen Wert darauf, schon den Kindern die Grundsätze des fairen Segelns zu vermitteln. Dazu gehört unter anderem auch in Protstverhandlungen Dinge so zu schildern, wie sie der eigenen Beobachtung entsprechen - unabhängig davon wem das nützt oder schadet. Ich finde, dass man gut daran tut davon auszugehen, dass alle dies tun. Nur wenn die Befragung während der Verhandlung einen anderen Eindruck erzeugt sollte die Gewichtung des Zeugen oder der Partei entsprechend erfolgen, dann übrigens auch wieder unabhängig davon ob Trainer, Betreuer oder Clubkamerad oder irgendwer! Viele Grüße Ulf Denecke Jugendtrainer Hamburger Segel-Club e.V."
gast
 

Trainer/Betreuer als Zeuge

Beitragvon ew742 » Mo 28. Sep 2009, 22:09

"» Hallo Uli, » bei einer Opti A/B-Regatta kommt es bei abflauendem Wind zu einem » Vorwind-Zieldurchgang, bei dem viele Boote (A/B gemischt) das Ziel » durchfahren. Der WFL gelingt es u.a. durch Video-Aufnahmen und Aufschreiben » auf 2 Ebenen (hohes Zielschiff) den genauen Zieldurchgang aller Boote exakt » festzustellen. Die Ergebnisliste wird daher erst nach Ablauf der » Protestfrist ausgehängt. Einige Segler verlassen vor dem Aushängen des » Ergebnisses schon das Gelände. Wir haben gerade bei diesen Regatten mit den \""Fünf-Mann-Booten\"" sehr gute Erfahrungen mit Videoaufzeichnungen machen können, die von den Aktiven und den Offiziellen anerkannt werden. Und dabei kamen bisher beide Situationen vor: am Ziel vorbei direkt zum Trainerboot gesegelt oder ein Zahlendreher auf dem Zielschiff, der dann korrigiert werden konnte. Gruß Christoph"
ew742
 


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