Ausschreibung

In diesem Forum werden Fragen rund um das Regelwerk des Segelns beantwortet. Betreut wird das Forum von Ulrich Finckh, Internationaler Schiedsrichter, Mitglied im Racing Rules Committee der ISAF und Betreiber der Seite http://www.finckh.org.

Ausschreibung

Beitragvon hver » Mo 29. Apr 2013, 11:04

Hallo.
In der Ausschreibung zu einer OPTI-Regatta steht folgender Satz:
"Ein Wechsel der gemeldeten Segelnummer ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch die Wettfahrtleitung möglich".

Bei der Erstellung der Rangliste wird festgestellt, dass für 2 Boote kein Einlaufergebnis vorliegt.
Dafür gibt es 2 Bootsnummern auf der Einlaufliste, die nicht gemeldet sind.
2 Boote haben also die Segelnummern gewechselt, ohne die Forderung der Ausschreibung zu erfüllen.

Wie soll sich die WL verhalten?
Boote mit DNC klassieren?
Boote entsprechend dem Ergebnis mit den "falschen" Segelnummern klassieren?
Gegen die Boote protestieren?
Welches Urteil ist zu erwarten?

Die Klasse schlägt folgende "Verschärfung" des Eintrages vor:
"Ein Wechsel der gemeldeten Segelnummer ist nur nach vorheriger schriftlicher Genehmigung durch die Wettfahrtleitung möglich.
Boote mit nicht korrekt gemeldeten Segelnummern werden nicht bzw. DNC klassiert"
Wäre ein derartiger Eintrag regelkonform?

Wäre es evtl. zweckmässiger, einen derartigen Eintrag auch in den Segelanweisungen aufzuführen und den Punkt in die DPI-Liste aufzunehmen?
Das würde bedeuten, dass die WL einen Protest einreicht und die Jury eine entsprechende Entscheidung fällt.

Für eine eindeutige Formulierung bin ich sehr dankbar.

Viele Grüsse
hver
hver
 

Re: Ausschreibung

Beitragvon uli_finckh » Mo 29. Apr 2013, 11:37

Bei Regatten segeln Boote, die durch ihre Segelnummer identifiziert sind.
Daraus ergeben sich folgende zwei Faälle:
Fall 1: Ein Boot mit einer Segelnummer, die nicht gemeldet ist, hat also gar nicht an der Wettfahrt teilgenommen und wird nicht gewertet.
Fall 2: Erscheint ein Boot, das gemeldet hat nicht am Start, so ist es DNC zu werten.
Ist nun Fall 1 und Fall 2 identisch, das heißt, ein Boot erscheint mit falscher Segelnummer, dann erscheint das Boot unter der richtigen Segelnummer in der Ergebnisliste entsprechend Fall 2 als DNC. Wenn es dagegen Wiedergutmachung beantragt, wird das Schiedsgericht, wenn es regelkonform handelt, keine Wiedergutmachung gewähren, da die Voraussetzung von Regel 62.1 "ohne eigenes Verschulden" nicht zutrifft.
uli_finckh
 
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Re: Ausschreibung

Beitragvon hver » Fr 3. Mai 2013, 08:38

Hallo Uli.

Danke für die Ausführungen.
An und für sich ganz selbstverständlich, jeder Teilnehmer sollte dies wissen.

Die Klasse hat nun folgende Formulierung in die Ausschreibung aufgenommen:
"Ein Wechsel der gemeldeten Segelnummer ist nur aufgrund eines vorgängig durch die Wettfahrtleitung genehmigten, schriftlichen Gesuches möglich. Wird diese Anweisung nicht beachtet, werden Teilnehmer unter der gemeldeten Segelnummer als DNC klassiert bzw. unter der nicht gemeldeten Segelnummer nicht ins Klassement aufgenommen".

Viele Grüsse
hver
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Re: Ausschreibung

Beitragvon uli_finckh » Mo 6. Mai 2013, 12:44

Das kann man natürlich schreiben, aber es ist eigentlich überflüssig. Man sollte aufpassen, dass man nicht durch Überregulierung die Segelanweisungen zu weit aufbläht und so unhandlich macht, dass sie gar nicht mehr gelesen werden.
uli_finckh
 
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Re: Ausschreibung

Beitragvon hver » Fr 19. Jul 2013, 01:27

Hallo.

Da hat Uli völlig recht und ich bin genau der gleichen Meinung.
Aber leider sind bei mehreren Regatten die geschilderten Problem passiert.
Darum hat die Klasse, neben der eigentlichen Aufforderung zum korrekten Melden auch auf die Strafen hinweisen wollen.
Diese Forderung mit den Hinweisen steht aber nicht in den Segelanweisungen sondern bereits in der Ausschreibung.

Viele Grüsse
hver


Zuletzt als neu markiert von Anonymous am Fr 19. Jul 2013, 01:27.
hver
 


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