Fehler an der Ziellinie

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Fehler an der Ziellinie

Beitragvon Helmut » Sa 30. Mär 2013, 22:25

Hallo miteinander.
In der neu formulierten Definition Zieldurchgang ist ausgeführt: ........Jedoch ist es noch nicht durchs Ziel gegangen, wenn es nach Überquerung der Ziellinie.......b) einen an der Ziellinie begangenen Fehler gemäß Regel 28. berichtigt.....
Wie kann ein Boot an der Zillinie vorbeifahren (das wäre der an der Ziellinie begangene Fehler gemäß 28.2) und gleichzeitig die Zielllinie überqueren (was nach dem ersten Teil des Satzes ja noch nicht als Zieldurchgang gelten soll).
Wie könnte eine solche Situation aussehen?
Ist Punkt b) überflüssig, weil Situation nicht möglich?

Beste Grüße
Helmut
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Re: Fehler an der Ziellinie

Beitragvon uli_finckh » Sa 30. Mär 2013, 23:25

Stell Dir vor ein Boot fährt von der falschen Seite durch die Ziellinie und dann sofort wieder von der richtigen Seite (der Bahnseite) zurück, dann ist es (falls dieser Zusatz (b) in der Definition nicht wäre) bei diesem zurücksegeln durchs Ziel gegangen. Es hat aber 28.2 verletzt, da die in 28.2 erwähnte "Schnur" nach dem straff ziehen, die Zielbahnmarken an der falschen Seite lassen würde. Diesen Fehler könnte das Boot dann nicht mehr korrigieren (siehe letzter Satz von 28.2). Durch den Zusatz (b) in der Definition Zieldurchgang kann das Boot aber nun außen um eine Zielbegrenzungsbahnmarken herum segeln und ein zweites Mal von der Bahnseite her durchs Ziel fahren und auf diese Weise seinen an der Ziellinie begangenen Fehler nach 28.2 berichtigen.

Noch ein Hinweis zu einem oft gemachten Denkfehler bei der Interpretation Zieldurchgang:
Es wird sehr häufig interpretiert, dass ein Zieldurchgang immer erst dann Zieldurchgang ist, wenn ein Boot den Kurs komplett abgesegelt hat. Dies ist aber nicht richtig, denn in der Definition Zieldurchgang steht nichts darüber drin, dass das Boot für einen Zieldurchgang die Bahn korrekt abgesegelt haben muss.
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