Fragen zum Ablauf einer Protestverhandlung

In diesem Forum werden Fragen rund um das Regelwerk des Segelns beantwortet. Betreut wird das Forum von Ulrich Finckh, Internationaler Schiedsrichter, Mitglied im Racing Rules Committee der ISAF und Betreiber der Seite http://www.finckh.org.

Fragen zum Ablauf einer Protestverhandlung

Beitragvon gast » Di 22. Sep 2009, 14:11

Regel 63.3 [b]Recht auf Anwesenheit sagt folgendes: [/b] (a) Die Protestparteien oder deren Vertreter haben das Recht, während der gesamten Beweisaufnahme anwesend zu sein. In einer Protestverhandlung im Rahmen einer Ranglistenregatta wurden die Protestgegner und Zeugen [b]einzeln[/b] zur Sache gehört. [b]Welche Konsequenzen hat diese Verfahrensweise für den Protestausgang ?[/b] Liegt hier ein Verfahrensfehler vor, der zu Gunsten der disqualfizierten Partei ausgelegt werden kann ?
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Fragen zum Ablauf einer Protestverhandlung

Beitragvon uli » Di 22. Sep 2009, 18:19

Wird bei Anhörung des Protestgegner der Protestführer hinausgeschickt, so ist ein Verfahrensfehler. Wird bei Anhörung eines Zeugen der Protestführer oder Protestgegner oder beide hinausgeschickt ist dies ein Verfahrensfehler. Ist ein Zeuge (außer Schiedsrichter) vor oder nach seiner Zeugenaussage weiterhin im Verhandlungsraum, so ist dies ein Verfahrensfehler. Geht eine Partei bei solchen Verfahrensfehlern in die Berufung, so hat die Berufung gute Erfolgsaussichten mit der Konsequenz, dass der gesamte Protest gemäß Regel 71.2 zur erneuten Verhandlung an das gleiche oder ein anderes Schiedsgericht zurückverwiesen wird.
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fehlende Obkektivität beim Schiedsgericht

Beitragvon gast » Mi 23. Sep 2009, 10:06

Kann ein in einem Protest Beschuldigter ein Mitglied des Schiedsgerichtes ablehnen, wenn klar ersichtlich ist, das dieses Mitglied des Schiedsgerichts [b]jegliche Objektivität vermissen lässt[/b] und den Beschuldigten beschimpft und droht, gegen den Beschuldigen im Verein eine Mobbing Kampagne zu initiieren .
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Regel 63.4

Beitragvon uli » Mi 23. Sep 2009, 11:29

WR 63.4 sagt eindeutig: Ein Mitglied des Schiedsgerichts, das [b]interessierte Partei[/b] (Siehe Definition) ist, darf nicht weiter an der Verhandlung teilnehmen. Siehe hierzu auch WR M 2 2.Spiegelstrich. Ein Mitglied des Schiedsgerichts, das bemerkt, dass es sich emotional nicht unter Kontrolle hat, sollte von sich aus darum beten, nicht weiter an der Verhandlung teil zu nehmen. Erste Aufgabe eines Schiedsgerichtes ist es, eine ruhige Atmosphäre zu schaffen, in der es nur um die Darstellung und Herausfindung der Fakten geht. Dazu gehört vorallem, mögliche Emotionen abzubauen und Aggressionen nicht zuzulassen. Alle Argumente, die zur Aufklärung des Sachverhalts dienen, sind zugelassen. Wenn Argumente sich gegen eine Person richten, so sind diese zu unterbinden. Falls es zu Beleidigungen gekommen ist oder in der Verhandlung kommt ist dies nicht Sache der Protestverhandlung sondern Sache einer gesonderten Regel 69-Verhandlung.
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fehlende Obkektivität beim Schiedsgericht

Beitragvon ew742 » Mi 30. Sep 2009, 10:00

» Kann ein in einem Protest Beschuldigter ein Mitglied des Schiedsgerichtes » ablehnen, wenn klar ersichtlich ist, das dieses Mitglied des » Schiedsgerichts [b]jegliche Objektivität vermissen lässt[/b] und den » Beschuldigten beschimpft und droht, gegen den Beschuldigen im Verein eine » Mobbing Kampagne zu initiieren. Ich weiß nicht, wie diese konkrete Verhandlung verlaufen ist. Aber eigentlich gehört vor die eigentliche Verhandlung die vollständige Vorstellung des Schiedsgerichtes mit der anschließenden Frage an die Protestparteien, ob Einwände bzgl. der Mitglieder des Schiedsgerichtes bestehen. Das ist so auch im Protestformular mit vorgegeben. Gruß Christoph
ew742
 

fehlende Obkektivität beim Schiedsgericht

Beitragvon uli » Mi 30. Sep 2009, 18:46

"» Ich weiß nicht, wie diese konkrete Verhandlung verlaufen ist. » Aber eigentlich gehört vor die eigentliche Verhandlung die vollständige » Vorstellung des Schiedsgerichtes mit der anschließenden Frage an die » Protestparteien, ob Einwände bzgl. der Mitglieder des Schiedsgerichtes » bestehen. Das ist so auch im Protestformular mit vorgegeben. » » Gruß » Christoph Christoph hat natürlich Recht, der Begriff \""interessierten Partei\"" bezieht sich aber auf Schiedsrichter, die ein Eigeninteresse am Ausgang der Verhandlung haben könnten, nicht auf Schiedsrichter, die man für nicht geeignet hält."


Zuletzt als neu markiert von Anonymous am Mi 30. Sep 2009, 18:46.
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