Erfordernisse eines Antrags nach WR 60.1 (b)

In diesem Forum werden Fragen rund um das Regelwerk des Segelns beantwortet. Betreut wird das Forum von Ulrich Finckh, Internationaler Schiedsrichter, Mitglied im Racing Rules Committee der ISAF und Betreiber der Seite http://www.finckh.org.

Erfordernisse eines Antrags nach WR 60.1 (b)

Beitragvon gast » Mo 21. Sep 2009, 09:30

Die Segelanweisungen sehen vor, dass Proteste eines Bootes bei Zieldurchgang am Zielschiff anzumelden sind. Gilt dies dann auch für einen Antrag auf Wiedergutmachung? Nach meiner Auffassung ist ein Antrag auf Wiedergutmachung nach WR 60.1 (b) ein Verfahren sui generis und kein Protest im Sinne von WR 60.1 (a). Dafür spricht auch die jeweils eigenständige Regelung in den WR 61 (Protest) und WR 62 (Wiedergutmachung). Case 55 führt hierzu aus, dass ein Protest gegen die Wettfahrtleitung nicht statthaft sei. Auch erscheint es nicht sachgerecht, die Anmeldung am Zielschiff zu fordern, wenn ein Teilnehmer die Wettfahrt abbricht und daher am Zielschiff nicht mehr vorbei kommt, später aber wegen eines vermeintlichen Fehlers der WL Wiedergutmachung beantragen möchte. Nach alledem erscheint mir der Antrag auf Wiedergutmachung auch dann zulässig, wenn er entgegen den Segelanweisungen nicht bei Zieldurchgang angemeldet wurde. Liege ich damit richtig?
gast
 

Erfordernisse eines Antrags nach WR 60.1 (b)

Beitragvon uli » Mo 21. Sep 2009, 14:29

1. Ein Antrag auf Wiedergutmachung ist kein Protest. 2. Wenn in den Segelanweisungen steht, dass die Protestabsich am Zielschiff angemeldet werden muss, bedeutet dies auch noch nicht zwangsläufig, dass ein Protest ungültig ist, wenn er nicht am Zielschiff angemeldet wurde. Über die Ungültigkeit eines Protestes entscheidet einzig und allein das Schiedsgericht, nachdem es die Parteien zu den entscheidenden Fragen der Ungültigkeit gehört hat.
uli
 

Erfordernisse eines Antrags nach WR 60.1 (b)

Beitragvon helmut gebauer » Mi 30. Sep 2009, 22:03

» Die Segelanweisungen sehen vor, dass Proteste eines Bootes bei » Zieldurchgang am Zielschiff anzumelden sind. Gilt dies dann auch für einen » Antrag auf Wiedergutmachung? » » Auch erscheint es » nicht sachgerecht, die Anmeldung am Zielschiff zu fordern, wenn ein » Teilnehmer die Wettfahrt abbricht und daher am Zielschiff nicht mehr vorbei » kommt, später aber wegen eines vermeintlichen Fehlers der WL » Wiedergutmachung beantragen möchte. Die Anmeldung wird nach dem o.a. Text der SA ja nur beim Zieldurchgang gefordert. Kein Zieldurchgang = keine Anmeldung. Zweck der Anmeldung ist m. Ea., dem Veranstalter mehr Zeit zur Vorbereitung zu verschaffen. Dies ist aber bei einem Antrag auf Wiedergutmachung genau so erwünscht. Wir formulieren daher in unseren SA wie folgt: Jedes Boot, das protestieren oder Wiedergutmachung beantragen will muss dies beim Zieldurchgang am Zielschiff oder ersatzweise unverzüglich dem Regattabüro mitteilen. (Telefon: nnnnnn).
helmut gebauer
 


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