Auswirkung der neuen Art Wind zu messen

In diesem Forum werden Fragen rund um das Regelwerk des Segelns beantwortet. Betreut wird das Forum von Ulrich Finckh, Internationaler Schiedsrichter, Mitglied im Racing Rules Committee der ISAF und Betreiber der Seite http://www.finckh.org.

Auswirkung der neuen Art Wind zu messen

Beitragvon Christoph@r385.de » Mo 25. Jun 2018, 09:18

Hallo,

es soll ja jetzt auf einem treibendem Boot in Deckshöhe der fraglichen Bootsklasse gemessen werden. Ich finde das etwas aufwändig, weil man quasi noch ein extra "Wetterbeobachtungsschiff" bestimmen muss. Habe dafür eines der Bojenlegerboote bestimmt, das während der Startzeitraumes die Windmessungen vorgenommen hat. Hatte zu eigenen Lageeinschätzung aber auch einen Windmesser an Bord des Startschiffes.

Im Verlaufe des Wochenendes hatte das treibende Boot zwischen 1 und 2 Knoten weniger Windgeschwindigkeit (bei 4 bis 6 Bit) gemessen, bin mal auf andere Erfahrungen gespannt.

Gruß
Christoph
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Re: Auswirkung der neuen Art Wind zu messen

Beitragvon uli_finckh » Mo 25. Jun 2018, 09:33

Hallo Christoph,
es ist dies keine Vorschrift, sondern eine Empfehlung, die folgenden Sinn hat:
1. Nicht den Windmesser an der Mastspitze eines 12 m hohen Startschiff-Mast verwenden, sondern an der Stelle an der jeder Segler oder Trainer mit einem Handwindmesser misst.
2. Wenn Strom herrscht, ist nicht der Wind an einem im Strom verankerten Boot zu messen (also Wind über Grund), sondern der Wind gegenüber der Wasseroberfläche (Wind über Wasseroberfläche), da nur mit dem Wind der Segler Vortrieb erzeugt.
Das treiben des Schlauchboot durch den Wind spielt bei der Untergrenze für segelbare Windbedingungen keine große Rolle und bei der Obergrenze für segelbare Windbedingungen kommt es auf die 1 bis 2 kn Windabdrift des Schlauchboots meist auch nicht an.
uli_finckh
 
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Re: Auswirkung der neuen Art Wind zu messen

Beitragvon Helmut » Sa 14. Jul 2018, 20:34

Hallo Christoph.
Da haben wir es wieder, was im vorigen Thread schon ausgiebig diskutiert wurde.
U.F. hat geschrieben und das trifft es ganz genau:
"Ansonsten halte ich dies für eine persönliche Meinung, die als allgemeine Lehrmeinung veröffentlicht wird, weil keiner widersprochen hat".
Also, es gibt keine "neue Art, den Wind zu messen". Hier sind einzig und allein die Klassenregeln bzw. ersatzweise der Pkt. 5.3.1 der RO maßgeblich. Wie U.F. auch schon mal geschrieben hat, ist es also unerlässlich, die Klassenregeln diesbezüglich zu studieren. Steht da was über Windgeschwindigkeiten drin muss dies befolgt werden. Falls nicht, ist nur zu beachten, dass nach RO 5.3.1. beim Start mindestens 4 kn Windgeschwindigkeit herrschen müssen. Genauere Messvorschriften (z.B. ob es sich um einen Augenblickswert oder einen Mittelwert handelt) sind da leider nicht angegeben.
Seien wir froh, dass das alles so offen ist und lassen wir uns keinen neuen "Regeln" einreden.
Wie schon vorher diskutiert, ist die "neue Art, den Wind zu messen" eine rein persönliche Meinung und keine Vorschrift.

Helmut

NB Bei segelbaren Windverhältnissen (d.h. ab 4 kn) ist es ziemlich egal in welcher Höhe gemessen wird, weil ab etwa 4 kn die Strömung turbulent ist und damit die Stömungsgeschwindigkeit sich über die Höhe kaum ändert.
Helmut
 
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