runden = passieren ?

In diesem Forum werden Fragen rund um das Regelwerk des Segelns beantwortet. Betreut wird das Forum von Ulrich Finckh, Internationaler Schiedsrichter, Mitglied im Racing Rules Committee der ISAF und Betreiber der Seite http://www.finckh.org.

Re: runden = passieren ?

Beitragvon Willii Gohl » Di 28. Apr 2015, 10:41

Wenn man einfach mal in die Definition von "mark" (Bahnmarke) schaut, wird das doch sofort klar: "An object the sailing instructions require a boat to leave on a specified side..."
Die Seite bezieht sich also immer auf das BOOT und nicht auf die Bahnmarke. Und Uli und Thorsten haben ja schon deutlich gemacht, dass das Boot Seiten hat, nämlich eine Steuerbord- und eine Backbordseite. Was die Bahnmarke hat, ist völlig unerheblich.
Und auch in WR 28 wird "mark" gesperrt gedruckt, ist also im Sinne der Definition zu verstehen. Daher müssen bei einem "Linkskurs" alle Bahnmarken so passiert werden, dass die Backbordseite des Bootes zur Bahnmarke "zeigt".
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Re: runden = passieren ?

Beitragvon 0815 - der Echte » So 3. Mai 2015, 19:21

Moin....
Gestern wurde ich auf einer Regatta angesprochen, dass meine Fragen nun wirklich 0815 werden. Sorry, aber ich wusste gar nichts davon.
Fakt ist, letztes Wochenende haben wir mit einigen Leuten genau über dieses Thema philosophiert.
Ganz klar, der Schelm stammt aus meiner nächsten Nähe ! Ich hab da so einen Verdacht.
Nichts desto Trotz, danke für die Antworten , sie entsprechen genau meinem Resultat.
0815 - der Echte
 

Re: runden = passieren ?

Beitragvon Helmut » Mo 4. Mai 2015, 15:14

Willii Gohl hat geschrieben:Wenn man einfach mal in die Definition von "mark" (Bahnmarke) schaut, wird das doch sofort klar: "An object the sailing instructions require a boat to leave on a specified side..."
Und auch in WR 28 wird "mark" gesperrt gedruckt, ist also im Sinne der Definition zu verstehen. Daher müssen bei einem "Linkskurs" alle Bahnmarken so passiert werden, dass die Backbordseite des Bootes zur Bahnmarke "zeigt".

Hm, in Anbetracht der Definitiom "Bahnmarke" und der Regel 28.2(c) kommen mir doch Zweifel, ob unsere Beschreibung eines Tores und wie es zu passieren ist mit den WR kompatibel ist. Wir haben bisher geschrieben:

Leetor
Die Bahnmarke 3 kann als Tor, bestehend aus zwei nahe beieinander liegenden Bojen ausgelegt werden.
Ist ein solches Tor vorhanden, so ist es unbeachtlich der Bahnanzeige wie
folgt zu durchsegeln:
Die Boote müssen aus der Richtung der vorhergehenden Bahnmarke kommend durch das Tor segeln und entweder die steuerbordseitige Boje steuerbord oder die backbordseitige Boje backbord runden. Es ist frei gestellt, welche der beiden Bojen gerundet wird.


Insbesondere unsere Sichtwiese, daß ein Tor (bestehend aus zwei Bojen) als EINE Bahnmarke (hier Bahnmarke 3) zu betrachten ist erscheint mir im Widerspruch zum Text bei 28.2(c) zu stehen.
Und auch die von Thorsten vorgeschlagene klare Formulierung "... ist an .....zu lassen" funktioniert hier nicht. Es ist ja an jeder Seite je eine Marke zu lassen
Kann man das besser bzw. widerspruchsfreier ausdrücken?
Helmut
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Re: runden = passieren ?

Beitragvon uli_finckh » Mo 4. Mai 2015, 15:28

Hallo Helmut,
wie ein Tor zu durchfahren ist, ist in 28.2(c) eindeutig beschrieben.
Zwischen einem aus zwei Bahnmarken bestehenden Tor und einer einzelnen Bahnmarke, die eine vorgeschriebene Seite haben muss, ist klar zu unterscheiden. Solche entweder - oder Regelungen, wie von Dir beschrieben, sind nicht ideal. Ein Wettfahrtleiter sollte den Teilnehmern eigentlich vor dem Start (Tor oder Einzelbahnmarke) durch entsprechende Kursanzeige den Kurs klar mitteilen und es nicht während der laufenden Wettfahrt mal so oder mal anders machen. Anders ist es mit der Nothilfe-Segelanweisung "Fehlt eine Bahnmarke eines Tors, so ist die verbleibende Bahnmarke backbord zu passieren".
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Re: runden = passieren ?

Beitragvon Helmut » Mo 4. Mai 2015, 21:27

Hallo Uli
uli_finckh hat geschrieben:
wie ein Tor zu durchfahren ist, ist in 28.2(c) eindeutig beschrieben.

Das hat eigentlich zur Folge, das eine Beschreibung wie das Tor zu durchfahen ist in den SA überflüssig ist und sogar unterbleiben sollte. (Anhang L Pkt 4 der Einleitung). Aber.....habs schon erlebt, dass welche absolut nicht wussten wie sie sich da verhalten sollten. Nur der Hinweis, mal in die SA zu schauen hat geholfen. Die Beschreibung des Tores ganz weglassen, oder nicht? Deine Meinung?
uli_finckh hat geschrieben:
Solche entweder - oder Regelungen, wie von Dir beschrieben, sind nicht ideal. Ein Wettfahrtleiter sollte den Teilnehmern eigentlich vor dem Start (Tor oder Einzelbahnmarke) durch entsprechende Kursanzeige den Kurs klar mitteilen und es nicht während der laufenden Wettfahrt mal so oder mal anders machen. Anders ist es mit der Nothilfe-Segelanweisung "Fehlt eine Bahnmarke eines Tors, so ist die verbleibende Bahnmarke backbord zu passieren".

Hm, war eigentlich nur als "Notfallhilfe" (Boje abgesoffen) gedacht. Sonst standardmäßig Tor. Aber Du hast recht, das sollte man eindeutig formulieren, so wie Du es getan hast. Aber "Tor oder Einzelbahnmarke" erst mit Bahnanzeige mitteilen? Ich denke, das sollte besser bereits im Bahnplan drinstehen. (Z. B. dass es bei einem Upanddown ein Tor an der 3 gibt).
Im Übrigen: Macht es Sinn, bei einem Dreieckskurs die 3 als Tor auszulegen?

Helmut
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Re: runden = passieren ?

Beitragvon uli_finckh » Mo 4. Mai 2015, 21:35

Hallo Helmut,
man kann ja zwei Kurse in den Segelanweisungen haben, einen mit Tor und einen mit Bahnmarke. Am Start zeigt man an, welchen man verwendet. Das Tor ist inzwischen sehr üblicher Standard und die Segler sollten sich halt auch mal mit den Regeln befassen.
uli_finckh
 
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Re: runden = passieren ?

Beitragvon LANDMARK » Di 5. Mai 2015, 14:52

Hallo in die Runde,

Ein Gate in Lee macht bestimmt immer Sinn, egal in welcher Konstellation bei up&down, Dreieck oder Trapez...
Die Beschreibung der zu segelnden Bahn in der Segelanweisung, so bei uns bewährt, beinhaltet das Gate und als Alternative eine einzeln liegende Bahnmarke. (Vertreiben, Sinken eine Gate-Marke o.ä.)

Wichtig ist das korrekte Ausbringen und gutes Verankern der Bahnmarke am Gate um die Chancengleichheit auf den folgenden Leg zu gewähren.
Hier ist eine gutes MoBo-Crew gefordert.

Beste Grüße
LANDMARK
 

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