Fehler der WL ?

In diesem Forum werden Fragen rund um das Regelwerk des Segelns beantwortet. Betreut wird das Forum von Ulrich Finckh, Internationaler Schiedsrichter, Mitglied im Racing Rules Committee der ISAF und Betreiber der Seite http://www.finckh.org.

Fehler der WL ?

Beitragvon 0815 » Mi 14. Mai 2014, 08:46

Kann eine Vorteilsgewährung der WL ein "Fehler" sein und somit Grund für eine Wiedergutmachung ?
Ein Revier mit nur einer segelbaren Seite - rechts. An Tonne 1 gibt es zusätzlich eine Ablauftonne 1a, die ca. 60 (!)m entfernt liegt. Ein Boot fädelt in die Ankerleine ein und schleppt diese Tonne wirklich min. 200 nach Lee. Alle vorherigen Boote hatte an dieser Tonne sofort gehalst, um wieder auf die Windseite zu gelangen.
Ein Boot der WL nahm die Tonne beherzt auf, als sie wieder frei war und zog sie auch nicht annähernd wieder auf ihre Position. Das alles während das gesamte Feld diese Tonne rundete. Was blieb dem WL-Boot übrig, da alle sofort abfielen lag die Tonne danach max. auf dem Tonnenstrich Start-Tonne 1. Alle Boote die nun früher halsen konnten, hatte einen erheblichen Vorteil, kamen mit achterlichem Wind logischer Weise schnell auf.

Ist das Verziehen einer Bahnmarke auf eine andere Position gerecht ?
Darf die WL das während der Rundung durch Boote überhaupt ?
Da nur ein WL-Boot da war, ging mit C nichts und die echte Tonne 1a war ja auch noch da, also ein Problem für M. Was kann eine gute WL da tun, nur zusehen ?
0815
 

Re: Fehler der WL ?

Beitragvon uli_finckh » Mi 14. Mai 2014, 09:24

In Regel 62.1(a) steht nicht "Fehler der Wettfahrtleitung (mistake of the race committeee)" sondern "unsachgemäße Handlung oder Unterlassung der Wettfahrtleitung (improper action or omission of the race committee)".
Wenn die Wettfahrteitung während die Boote runden eine Bahnmarke verzieht, ist das sicher eine unsachgemäße Handlung der Wettfahrtleitung. Es ist keine unsachgemäße Handlung der Wettfahrtleitung, wenn sie nachdem das Feld gerundet hat, die Bahnmarke wieder an die alte Position verbringt.
Den schwarzen Peter hat also nun das Schiedsgericht, das zusätzlich zu der Entscheidung ob es sich um eine unsachgemäße Handlung oder Unterlassung der Wettfahrtleitung handelt, auch noch entscheiden muss, ob dies zu einer erheblichen Verschlechterung der Wertung des oder der betroffenen Boote in der Wettfahrt oder der Serie geführt hat.
uli_finckh
 
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