Protest zurückziehen

In diesem Forum werden Fragen rund um das Regelwerk des Segelns beantwortet. Betreut wird das Forum von Ulrich Finckh, Internationaler Schiedsrichter, Mitglied im Racing Rules Committee der ISAF und Betreiber der Seite http://www.finckh.org.

Protest zurückziehen

Beitragvon 0815 » Di 13. Mai 2014, 12:14

Wie lange ist es möglich einen Protest zurückzuziehen ?

Wenn man es bei der Frage auf Blatt 2 verneint hat - darf man dann danach auch noch zurückziehen, wenn man bis dato keinerlei rechtliche Würdigung durch die Jury vernommen hat, jedoch durch eine Zeugenaussage merkt, das das Protestanliegen ins Leere läuft ?
0815
 

Re: Protest zurückziehen

Beitragvon uli_finckh » Di 13. Mai 2014, 12:29

Es gibt keine formale Grenze, bis wann man beantragen kann, einen Protest zurück zu ziehen. Jedem Antrag auf Zurückziehen eines Protestes folgt aber eine Entscheidung des Schiedsgerichts, ob es das Zurückziehen auch zulässt (Siehe WR 63.1 letzter Satz). Das Schiedsgericht muss einem Antrag auf Zurückziehen nämlich nicht zustimmen.
Für das Schiedsgericht gibt es dabei folgende Kriterien, ob es ein Zurückziehen genehmigt oder nicht:
Geht aus den bisherigen Aussagen mehr oder weniger hervor, dass eine Regelverletzung eher unwahrscheinlich ist, wird es dem Antrag eher zustimmen.
Geht aus den bisherigen Aussagen hervor, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass der Protestierende selbst eine Regel verletzt hat, wird es den Antrag eher ablehnen.
Geht aus den bisherigen Aussagen hervor, dass eine der Protestparteien vermutlich eine Regel verletzt hat und die Partei hat aber eine entsprechende Strafe angenommen (auf der Bahn) oder nimmt die Strafe nach Kenntnis dieser Fakten durch Aufgabe nach Zieldurchgang (durch schriftliche Zusicherung) an, wird es den Antrag auf Zurücknehmen eher annehmen.
uli_finckh
 
Beiträge: 391
Registriert: Mo 29. Aug 2011, 18:32


Zurück zu Fragen zu Wegerechtsituationen und Schiedsrichterfragen

cron